Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

101

6.12.1938, 20:15 Uhr ( 13. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Basler Streichquartett [1926-1947] (Basel)
Paul Baumgartner, Klavier

Hirt, Fritz, Violine
Bertschmann, Albert, Viola
Wenzinger, August, Violoncello

Baumgartner, Paul, Klavier

Carl Maria von Weber
1786-1826

Klavierquartett B-dur, op. 8, J. 76 (1809)

Allegro
Adagio, ma non troppo
Menuetto: Allegro
Finale: Presto

Robert Schumann
1810-1856

Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier, a-moll, op. 105 (1851)

Mit leidenschaftlichem Ausdruck
Allegretto
Lebhaft

Antonín Dvorák
1841-1904

Klavierquartett Nr. 2, Es-dur, op. 87, B 162 (1889)

Allegro con fuoco
Lento
Allegro moderato, grazioso
Allegro ma non troppo

(zu Schumann, Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier, a-moll, op. 105)

Ein Jahr nach dem Umzug nach Düsseldorf entstand in wenigen Tagen im September 1851 Schumanns heute mit Cello aufgeführte a-moll-Violinsonate. Sie gehört wie die beiden andern zum Spätwerk. Der Kopfsatz ist dank der schwungvollen Kantabilität des Hauptthemas beliebt, mag auch die Weiterführung mit der Zerbröckelung der Kantilenen weniger eingänglich sein. Im 2., zwischen Romanze und Scherzo schwankenden Satz ist der Charakter nicht eindeutig fassbar. Der toccataartige und im Staccato des Klaviers ebenfalls scherzohaft wirkende Schlusssatz bereitete Clara – sie nannte ihn „störrisch“ – und dem befreundeten Geiger Wilhelm von Wasielewski beim ersten Durchspiel Mühe; erst Joachim sollte zwei Jahre später den richtigen Ton treffen. Verwirrendes bleibt, etwa wenn kurz vor Schluss das melodiöse Thema des Kopfsatzes anklingt, doch sogleich vom Toccata-Motiv verdrängt wird.

(zu Weber, Klavierquartett B-dur, op. 8, J. 76)

Webers eigenes Instrument war das Klavier. Es spielt im frühen, Beethoven verpflichteten Klavierquartett eine brillante und konzertante Rolle. Im einfachen Sonatensatz zu Beginn dominiert es das Hauptthema, während es das von den Streichern vorgetragene melodische Seitenthema elegant umspielt. Freier gehalten ist das Adagio, in dem heiter-idyllische Phasen mit leidenschaftlich-dramatischen abwechseln. Hier wirkt das Cello führend. Es darf auch im Trio des Menuetts eine Art Bauerntanz anstimmen. Origineller ist das Finale, dessen fugierter Beginn voller Energie steckt. Ihm steht ein kapriziöses Thema gegenüber. Alles endet, geradezu potpourrihaft, im wiederum fugierten Schluss. Nicht Tiefgang ist hier gefragt, sondern angenehm-heitere Unterhaltung.