Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

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Konzertdetails

161

29.10.1946, 20:15 Uhr ( 21. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Quartetto Poltronieri (Mailand)

Poltronieri, Alberto, Violine 1
Carpi, Giannino, Violine 2
Alessandri, Giuseppe, Viola
Valisi, Antonio, Violoncello

Benedetto Marcello
1686-1739

«Streichquartett», vermutlich Psalmenparaphrase aus dem Estro poetico-armonico für 1-4 Stimmen mit Basso continuo (1724–26)

Introduzione
Adagio
Allegro

Felice de Giardini
1716-1796

Streichquartett c-moll, op. 23, Nr. 4 (1773–84)

Allegro
Adagio
Rondo: Allegro vivace

Gian Francesco Malipiero
1882-1973

«Stornelli e Ballate», Streichquartett Nr. 2 (1923)


Felix Mendelssohn Bartholdy
1809-1847

Streichquartett Nr. 4, e-moll, op. 44, Nr. 2 (1837)

Allegro assai appassionato
Scherzo: Allegro di molto
Andante –
Presto agitato

(zu Mendelssohn Bartholdy, Streichquartett Nr. 4, e-moll, op. 44, Nr. 2)

Der Höhepunkt in Mendelssohns Quartettschaffen mit insgesamt acht Werken ist, trotz den bewundernswerten Frühwerken op. 13 und 12 sowie dem aufwühlenden Requiem für seine Schwester Fanny, dem f-moll-Quartett op. 80, die Trias der Quartette op. 44. Das e-moll-Werk bildet, zehn Jahre nach dem offiziell ersten (op. 13) und acht nach op. 12 entstanden, den Auftakt. Mendelssohn hat es während seiner Hochzeitsreise skizziert und am 18. Juni 1837 zwar abgeschlossen, für die Herausgabe der drei Quartette aber nochmals gründlich überarbeitet, vor allem im Schlusssatz. Immer aufgefallen ist der Beginn, der im 1. Thema wörtlich das Finale von Mozarts g-moll-Sinfonie KV 550 zitiert. Das 2. Thema ist davon kaum abgesetzt, was den ganzen Satz als einen einheitlichen, formal nicht leicht zu durchschauenden Komplex erscheinen lässt. Leicht qualifizierbar ist das Scherzo: Elfenmusik à la Mendelssohn eben! Und doch klingen – neben einer komplizierten Formstruktur (einer Mischung zwischen Sonatenrondo und Scherzo-Trio-Typ) – nachdenkliche, besonders von der Bratsche vorgetragene Töne hinein. Der 3. Satz soll „durchaus nicht schleppend“ gespielt werden. Auch hier ist der Satzcharakter mit „Lied ohne Worte“ rasch umschrieben. Das attacca anschliessende Finale folgt ebenfalls einem Lied ohne Worte-Typ: dem schwungvoll dahinschiessenden, von wichtigen melodiösen Phrasen des Seitenthemas durchbrochenen impulsiven Sonatenrondos, wie es Mendelssohn mit grossem Erfolg auch in den beiden Klaviertrios angewendet hat.