Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

245

20.12.1955, 20:15 Uhr ( 30. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Basler Künstler (Basel)
Felicani, Herrmann, Bertschmann, Wenzinger, Baumgartner

Felicani, Rodolfo, Violine 1
Herrmann, Xavier, Violine 2
Bertschmann, Albert, Viola
Wenzinger, August, Violoncello
Baumgartner, Paul, Klavier

Johannes Brahms
1833-1897

Klavierquartett Nr. 3, c-moll, op. 60 (1875)

Allegro non troppo
Scherzo: Allegro
Andante
Finale: Allegro comodo

Antonín Dvorák
1841-1904

Terzett für zwei Violinen und Viola, C-dur, op. 74, B 148 (1889)

Introduzione: Allegro ma non troppo
Larghetto
Scherzo: Vivace
Tema con variazioni: Poco adagio – Molto allegro

Robert Schumann
1810-1856

Klavierquintett Es-dur, op. 44 (1842)

Allegro brillante
In Modo d’una Marcia: Un poco largamente – Agitato
Scherzo: Molto vivace – Trio I – Trio II
Allegro ma non troppo

(zu Brahms, Klavierquartett Nr. 3, c-moll, op. 60)

Im c-moll-Klavierquartett greift Brahms auf ein Werk in cis-moll von 1855/6 zurück. Es muss ein düsteres, in Verzweiflung über die Liebe zu Clara Schumann – Brahms war in Werther-Stimmung – entstandenes Werk gewesen sein. Mehrfach holte er es wieder hervor (1869, 1873/4) und arbeitete bis Sommer 1875 daran. Der Kopfsatz mit seinen Seufzermotiven und seinem Pathos und das düstere Scherzo scheinen am meisten von der ursprünglichen Fassung bewahrt zu haben. Das Andante, ein Intermezzo in dreiteiliger Liedform, wirkt am ehesten entspannt; die Seufzer sind nur noch entfernt zu vernehmen. Die Thematik des Finale entwickelt sich aus den ersten Takten, spricht von Schicksal und endet als Choral. Die verschiedenen Anläufe zum C-dur gelingen nicht, und als es sich zum Schluss durchsetzt, behält es den tragischen Tonfall.

(zu Schumann, Klavierquintett Es-dur, op. 44)

Schumanns Klavierquintett entstand kurz nach Abschluss der drei Streichquartette vom 23. bis 28. September 1842 und ist seiner Frau Clara zugeeignet. Im Februar 1843 spielte sie es anlässlich ihrer Versöhnung mit ihrem Vater in Dresden. Auch Richard Wagner, damals noch ein Bewunderer Schumanns, war anwesend; er schrieb am 25. Februar an Schumann: »Ihr Quintett, bester Schumann, hat mir sehr gefallen: ich bat Ihre liebe Frau, es zweimal zu spielen. Besonders schweben mir noch lebhaft die zwei ersten Sätze vor. Ich hätte den vierten Satz einmal zuerst hören wollen, vielleicht würde er mir dann besser gefallen haben. Ich sehe, wo hinaus Sie wollen, u. versichere Ihnen, da will auch ich hinaus: es ist die Schönheit!«