Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

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Konzertdetails

347

22.2.1966, 20:15 Uhr ( 40. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Trio di Trieste (Triest)

Zanettovich, Renato, Violine
Baldovino, Amedeo, Violoncello
de Rosa, Dario, Klavier

Johannes Brahms
1833-1897

Klaviertrio Nr. 1, H-dur, op. 8, 2. Fassung (1854/89)

Allegro con brio
Scherzo: Allegro molto – Meno Allegro – Tempo I
Adagio
Allegro

Franz Schubert
1797-1828

Klaviertrio Nr. 1, B-dur, op. 99, D 898 (1828 ?)

Allegro moderato
Andante un poco mosso
Scherzo. Allegro – Trio
Rondo: Allegro vivace

(zu Schubert, Klaviertrio Nr. 1, B-dur, op. 99, D 898)

Das Trio op. 99 - Schubert hat die Opuszahlen der beiden Trios noch selbst vergeben - ist eines der beliebtesten und schönsten Instrumentalwerke Schuberts, obwohl manche das Trio op. 100 vorziehen. Es wirkt scheinbar problemlos, pendelt zwischen Energie (gleich zu Beginn) und melodischer Lyrik (im Andante), zwischen lockerer Heiterkeit (Scherzo) und wienerischem Charme (Finale) hin und her - und passt so gut in eines der zahlreichen Schubert-Klischees: Schubert, der ohne Reflexion und wo möglich ohne völlige Beherrschung der strengen Form naiv-heiter und ohne Schwierigkeiten Meisterwerke schafft, doch am stärksten in der lyrischen Kleinform des Liedes volle Meisterschaft erreicht. Dass Schubert im Spätwerk gerade im Formalen bewusst eigene, andere Wege als die Vorbilder ging, hat die neuere Forschung klar erwiesen. So hat er seine eigene Frage, wer nach Beethoven noch etwas zu machen vermöge, selber beantwortet, gerade in der formalen Vielfalt, der Andersartigkeit der Themengestaltung und deren Verarbeitung, d.h. in der nicht selten bewussten Abkehr vom übermächtigen Vorbild. So wirkt auch das B-dur-Trio äusserlich klassisch, im Detail steckt es aber voller Überraschungen.