Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

416

20.2.1973, 20:15 Uhr (Zyklus A 47. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Swiss Festival Trio (Zürich/Basel)

Novšak, Primoz, Violine
Basler, Susanne, Violoncello
Weisbrod, Annette, Klavier

Joseph Haydn
1732-1809

Klaviertrio Nr. 32, A-dur, Hob. XV:18 (vor 1794)

Allegro moderato
Andante
Allegro

Ludwig van Beethoven
1770-1827

10 Variationen für Klaviertrio über Wenzel Müllers Lied «Ich bin der Schneider Kakadu», G-dur, op. 121a (vor 1816)

Introduzione: Allegro assai –
Tema: Allegretto – Adagio espressivo – Presto – Allegretto

Antonín Dvorák
1841-1904

Klaviertrio Nr. 4, e-moll, op. 90 «Dumky», B 166 (1890/91)

Lento maestoso – Allegro quasi doppio movimento – Lento maestoso – Allegro –
Poco Adagio – Vivace non troppo –
Poco Adagio – Vivace – Andante – Vivace non troppo – Andante
Andante moderato – Allegretto scherzando – Meno mosso – Allegro – Tempo I
Allegro – Meno mosso
Lento maestoso – Vivace – Lento – Vivace

(zu Dvorák, Klaviertrio Nr. 4, e-moll, op. 90 «Dumky», B 166)

Dvoøák bezeichnete sein 4. Klaviertrio nicht eigentlich als solches, sondern nannte es "Dumky für Klaviertrio", so als wollte er die ungewöhnliche Form rechtfertigen. Das tönt ja wie "Slawische Tänze für Klavier zu vier Händen" Und tatsächlich war ihm die ursprüngliche ukrainische Tanzform der Dumka, vergleichbar dem ungarischen Csardas in einen langsamen und einen schnellen Teil gegliedert, das Wichtige. Mag äusserlich durch die attacca zu spielenden drei ersten Dumky eine scheinbar konventionelle Viersätzigkeit gewahrt bleiben, so zeigen doch die Einzelformen, etwa das Fehlen eines Sonatensatzes, dass Dvoøák hier originell mit anderen Gestaltungen experimentierte. Die Dumka-Form ist denn auch nicht etwa streng durchgehalten, sondern die reine Tanzform ist den Bedürfnissen eines Kammermusikwerkes gewichen. Es überrascht, wie trotz der scheinbar lockeren Folge von Sätzen, zu der eine auf den ersten Blick völlig uneinheitliche Tonartenfolge (1. e-moll / 2. cis-moll und Cis-dur / 3. A-dur / 4. d-moll mit Wechsel von F-dur und D-dur in den schnellen Abschnitten / 5. Es-dur / 6. c-moll und C-dur) tritt, eine grosse Geschlossenheit das Werk überspannt. Es handelt sich also nicht etwa um eine mehr oder weniger unverbindliche Folge wie wohl doch bei den "Slawischen Tänzen", bei der man sehr gut Einzelstücke herauslösen kann, sondern um ein sorgfältig durchkomponiertes Ganzes. So steigern sich die Dumky hin zum Höhepunkt des Schlusssatzes, der sich zudem selber strettaartig zum krönenden Abschluss aufschwingt.