Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

469

8.2.1977, 20:15 Uhr (Zyklus B 51. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Ensemble Fauré (Winterthur/Basel)

Goilav, Florenza, Violine
Semper, Jean, Viola
Bogner, Wolfgang, Violoncello
Goilav, Yoan, Kontrabass
Custer, Laurenz, Klavier

Felix Mendelssohn Bartholdy
1809-1847

Klavierquartett Nr. 3, h-moll, op. 3 (1825)

Allegro molto
Andante
Allegro molto
Finale: Allegro vivace

Antonín Dvorák
1841-1904

Bagatellen für zwei Violinen, Violoncello und Harmonium, op. 47, B 79 (1878)

Allegretto scherzando
Tempo di Minuetto
Allegretto scherzando
Canon: Andante con moto
Poco allegro

Franz Schubert
1797-1828

Quintett für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, A-dur, D 667, op. post. 114 «Forellenquintett» (1819 ?)

Allegro vivace
Andante
Scherzo. Presto – Trio
Thema: Andantino mit 6 Variationen
Allegro giusto

(zu Mendelssohn Bartholdy, Klavierquartett Nr. 3, h-moll, op. 3)

Es ist immer interessant zu sehen, welche ihrer Werke Komponisten als erste der Veröffentlichung für wert erachten und mit einer Opuszahl versehen. Beim 13- bis 15-jährigen Mendelssohn waren es drei Klavierquartette (ein weiteres war 1821 vorangegangen), welche die Opuszahlen 1 bis 3 erhielten. Die Tonarten dieser Werke sind ebenfalls aufschlussreich: d-moll, c-moll, f-moll und h-moll. Da wollte einer zeigen, was er drauf hat. Und nehmen wir die Widmungsträger dazu, so ahnen wir dasselbe: Zumindest Nr. 2 und 3 sind keine Kinderarbeiten mehr. Nr. 2 wurde dem gestrengen Lehrer Carl Friedrich Zelter gewidmet, das von Oktober 1824 bis Januar 1825 entstandene dritte keinem Geringeren als „à son Excellence Monsieur le Conseiller Aulique, Ministre d’Etat von Goethe“, bei dem ihn Zelter 1821 eingeführt hatte. Der Kopfsatz beginnt mit einem Motiv, welches auch im Scherzo und im Finale auftaucht. Der komplex gestaltete Satz umfasst einen rascheren Mittelteil mit ständig wechselnder, nicht fassbaren Harmonik. Das Andante in E-dur hat ein schönes Thema, wirkt aber etwas blass. Im vom Klavier dominierten Scherzo (im Autograph als Intermezzo bezeichnet) in fis-moll finden wir erstmals das für Mendelssohn so typische Perpetuum mobile. Die Streicher halten dem mit ihren teils kräftigen Einwürfen entgegen. Das umfangreiche Finale in einem ganz eigenen Mendelssohn-Ton ist komplex gebaut. Ausgehend von einem tarantellahaften Rhythmus im Klavier wird es immer dämonischer und endet in einer Fuge.