Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

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Konzertdetails

524

9.2.1982, 20:15 Uhr (Zyklus A 56. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Trio di Trieste (Triest)
Piero Farulli, Viola

Zanettovich, Renato, Violine
Baldovino, Amedeo, Violoncello
de Rosa, Dario, Klavier

Farulli, Piero, Viola

Johannes Brahms
1833-1897

Klaviertrio Nr. 2, C-dur, op. 87 (1880/82)

Allegro
Andante con moto
Scherzo: Presto – Trio: Poco meno presto
Finale: Allegro giocoso

Klavierquartett Nr. 3, c-moll, op. 60 (1875)

Allegro non troppo
Scherzo: Allegro
Andante
Finale: Allegro comodo

(zu Brahms, Klavierquartett Nr. 3, c-moll, op. 60)

Im c-moll-Klavierquartett greift Brahms auf ein Werk in cis-moll von 1855/6 zurück. Es muss ein düsteres, in Verzweiflung über die Liebe zu Clara Schumann – Brahms war in Werther-Stimmung – entstandenes Werk gewesen sein. Mehrfach holte er es wieder hervor (1869, 1873/4) und arbeitete bis Sommer 1875 daran. Der Kopfsatz mit seinen Seufzermotiven und seinem Pathos und das düstere Scherzo scheinen am meisten von der ursprünglichen Fassung bewahrt zu haben. Das Andante, ein Intermezzo in dreiteiliger Liedform, wirkt am ehesten entspannt; die Seufzer sind nur noch entfernt zu vernehmen. Die Thematik des Finale entwickelt sich aus den ersten Takten, spricht von Schicksal und endet als Choral. Die verschiedenen Anläufe zum C-dur gelingen nicht, und als es sich zum Schluss durchsetzt, behält es den tragischen Tonfall.

(zu Brahms, Klaviertrio Nr. 2, C-dur, op. 87)

Mehr als 25 Jahre hat Brahms gewartet, bis er seinem (falls man das ihm zugeschriebene A-dur-Trio ausser Betracht lässt) ersten Klaviertrio ein neues folgen liess. Es waren sogar zwei geplant, doch ist das gleichzeitig in Bad Ischl begonnene Es-dur-Fragment verschollen. Dem umfangreichen Opus 8 von 1854 mit seiner Demonstration gelehrten kompositorischen Könnens und emotionalen Übersteigerungen stellte er nun ein knapperes, konzentriertes Werk gegenüber. Die vier Sätze des op. 87 dauern nur wenig länger als die beiden ersten der Erstfassung von op. 8. Gleichwohl stehen im 1880 entstandenen Kopfsatz den beiden Hauptthemen nicht weniger als sechs Nebengedanken gegenüber, was den ersten Brahms-Biographen nach dessen Tod, Heinrich Reimann, 1897 zur Kritik veranlasst hat, es seien «etwas heterogene Stimmungen aneinandergeschweisst». Die drei übrigen Sätze kamen erst 1882 dazu. Das Andante in a-moll ist ein Variationensatz über ein pathetisches Thema mit magyarischem Einschlag. Auf das spukhafte, von einem klangvollen Trio unterteilte Scherzo folgt ein helles, oft geistreich-witziges Finale in Form eines Sonatensatzes. Clara Schumann war ganz begeistert: «Welch ein prachtvolles Werk ist das wieder! Wie vieles entzückt mich darin, und wie sehnsüchtig bin ich, es ordentlich zu hören. Jeder Satz ist mir lieb, wie herrlich sind die Durchführungen, wie blättert sich da immer ein Motiv aus dem anderen! – Wie reizend ist das Scherzo, dann das Andante mit dem anmutigen Thema, das eigentümlich klingen muss in der Lage der doppelten Oktaven, ganz volkstümlich!» Die Uraufführung fand am 29. Dezember 1882 mit Mitgliedern des Joachim-Quartetts und dem Komponisten am Klavier in Frankfurt statt, nur knapp drei Wochen, nachdem Brahms seinen «Gesang der Parzen» in Basel zur Uraufführung gebracht hatte.