Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

626

15.1.1991, 20:15 Uhr (Zyklus A 65. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Beaux Arts Trio (New York)

Cohen, Isidore, Violine
Wiley, Peter, Violoncello
Pressler, Menahem, Klavier

Das Beaux Arts Trio, 1955 gegründet, ist über Jahrzehnte hinweg bis heute nicht nur das bekannteste, sondern auch das hervorragendste Klaviertrio geblieben. Anlässlich des letzten Auftritts in unseren Konzerten am 12.1.1996 hat es der eine Kritiker eine «lebende Legende» genannt, der andere rühmte das «Höchstmass an persönlichem Können und Virtuosität» und die «Fähigkeit, dies alles zugunsten Zusammengehens und Verschmelzens als dreieinige Gruppe einzusetzen». Einig waren sich beide Kritiker über die Rolle des Pianisten Menahem Pressler, des Garanten der Beaux Arts-Tradition - «ein Dirigent ohne Taktstock und ohne Orchester, in jeder Sekunde wachsam und hellhörig für die Beiträge seiner Partner». Die in Istanbul geborene und in Amerika aufgewachsene Geigerin Ida Kavafian hat 1992 Isidore Cohen abgelöst, der seinerseits 1968 Daniel Guilet ersetzt hatte. Im Sommer 1987 war Peter Wiley an die Stelle des Cellisten Bernard Greenhouse getreten. Beeindruckend an diesem Trio ist «das temperamentvolle Musizieren, das einzigartige Ensemblespiel und die feinsinnige Musikalität verbunden mit einer klanglichen Ästhetik, deren Ideal ein Höchstmass an Verschmelzung ist».

Johann Nepomuk Hummel
1778-1837

Klaviertrio Nr. 4, G-dur, op. 65 (um 1814)

Allegro con spirito
Andante grazioso
Rondo: Vivace assai e scherzando

Ludwig van Beethoven
1770-1827

10 Variationen für Klaviertrio über Wenzel Müllers Lied «Ich bin der Schneider Kakadu», G-dur, op. 121a (vor 1816)

Introduzione: Allegro assai –
Tema: Allegretto – Adagio espressivo – Presto – Allegretto

Franz Schubert
1797-1828

Klaviertrio Nr. 2, Es-dur, op. 100, D 929 (1827)

Allegro
Andante con moto – Un poco più lento
Scherzando: Allegro moderato – Trio
Allegro moderato

(zu Schubert, Klaviertrio Nr. 2, Es-dur, op. 100, D 929)

Bis heute ist die Abfolge der Entstehung von Schuberts Klaviertrios nicht klar. Das Es-dur-Trio wurde am 26. Dezember 1827 in einer Veranstaltung des Musikvereins erstmals gespielt; kurz davor dürfte es entstanden sein. Verschiedene Themen sollen durch schwedische Lieder angeregt sein. Schubert hat sie im November 1827 im Hause der Schwestern Fröhlich gehört, als dort der schwedische Sänger I.A. Berg solche Lieder vortrug. Der Nachweis ist allerdings erst für den zweiten Satz gelungen, in dem das Lied "Se solen sjunker" anklingt. Das Es-dur-Werk wirkt noch geschlossener als op. 99; zwischen allen Sätzen bestehen feinste thematische Bezüge. Der Kopfsatz ist aus drei Themen gebaut; das zweite in h-moll wird in der Durchführung verarbeitet. Im Andante trägt das Cello das in der Stimmung an die Winterreise erinnernde Liedthema vor. Es wird im umfangreichen, für die Erstausgabe um 98 Takte gekürzten Finale wieder aufgegriffen.