Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

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Konzertdetails

637

4.2.1992, 20:15 Uhr (Zyklus A 66. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Vermeer Quartet (Chicago)

Ashkenasi, Shmuel, Violine 1
Menard, Pierre, Violine 2
Young, Richard, Viola
Johnson, Marc, Violoncello

Seit seiner Gründung im Jahre 1969 im Rahmen des Marlboro Festival und nach seiner ersten Europatournee von 1972/73 ist das Vermeer Quartett zu einer der namhaftesten Quartettformationen geworden. Regelmässig ist es Gast in unseren Konzerten, heute zum zehnten Mal. Sein Repertoire umfasst neben den Standardwerken auch weniger Bekanntes wie eben Bridge, Zeitgenössisches oder Amerikanisches: Elliott Carters 1. Quartett stand vor zwei Jahren auf dem Programm.

Luigi Boccherini
1743-1805

Streichquartett A-dur, op. 32, Nr. 6, G. 206 (1780)

Allegro
Andantino lentarello
Minuetto con moto
Finale: Presto assai

Jan Morris Bach
1937-

«Anachronisms», Streichquartett Nr. 1 (1991)

Sonatina
Song without Words
In moto perpetuo
Duelling Cadenzas
Broadway Boogie-Woogie

Felix Mendelssohn Bartholdy
1809-1847

Streichquartett Nr. 1, Es-dur, op. 12 (1829)

Adagio non troppo – Allegro non tardante
Canzonetta: Allegretto – Più mosso
Andante espressivo –
Molto allegro e vivace

(zu Mendelssohn Bartholdy, Streichquartett Nr. 1, Es-dur, op. 12)

Mendelssohns Opus 12 ist eigentlich das dritte Streichquartett des jungen Meisters. Natürlich steht bei den Quartetten op. 13 und 12 der bewunderte (mittlere und späte!) Beethoven im Hintergrund. Doch hat Mendelssohn auch im Quartett seine eigene Sprache gefunden, sowohl im Melodischen wie in der Formstruktur. Gerade das Abgehen vom Klassischen, am leichtesten erkennbar beim «Scherzo-Ersatz» der Canzonetta mit ihrem dahinhuschenden Trio, zeigt die Modernität des jungen Komponisten: Der Tanzsatz wird zum Lied ohne Worte. Das kurze Andante in B-dur, dominiert von der 1. Violine, konkurrenziert dieses «Lied» nicht. Es wirkt beinahe wie die Einleitung zum Finale, in das es denn auch attacca übergeht. Hier setzt vehement und virtuos ein Feuerwerk von Spielformen ein, das nur kurz von liedhaften Elementen und Rückgriffen auf den Kopfsatz unterbrochen wird, dann kommt alles in einem lyrischen Abgesang zur Ruhe.