Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Konzertdetails

641

7.4.1992, 20:15 Uhr (Zyklus A 66. Saison)
Stadtcasino, Festsaal

Amati Quartett (Basel)

Zimmermann, Willi, Violine 1
Kink, Barbara, Violine 2
Corti, Nicolas, Viola
Hörr, Peter, Violoncello

Das Amati Quartett formierte sich 1981 und erhielt schon im folgenden Jahr den 1. Preis am Wettbewerb in Evian. 1986 folgte der 1. Preis im Karl-Klingler-Wettbewerb in München. Geprägt wurde es durch die Zusammenarbeit mit dem Alban Berg Quartett, dem Amadeus Quartett und mit Walter Levin. Neben dem klassischen und romantischen Repertoire liegt dem Ensemble einerseits vergessene oder wenig bekannte Musik des 20. Jahrhunderts, andererseits vor allem die neueste Musik unserer Zeit am Herzen. In unseren Konzerten hat es Kelterborns 5. Quartett (1990) (liegt auch auf CD vor), Isang Yuns 6. Quartett (1992), Bettina Skrypczaks Nr. 3 (1994), Flammers "Phasenweise still und ohne Grenze" (mit Vibraphon) und 1998 Jacques Wildbergers Streichquartett zur Uraufführung gebracht. Es ist also seit Jahren nicht nur regelmässiger Gast in unseren Konzertreihen, sondern ist dabei zu dem Uraufführungsquartett unserer Konzerte geworden, auch wenn heute alles klassische Werke zur Aufführung gelangen. Auf CD liegen u.a. die Quartette op. 50 von Joseph Haydn vor, die das Quartett am 29. und 30. Januar 2001 in unseren Konzerten auch live vorgeführt hat. Besonders gerühmt wurde das Amati Quartett für seine Aufnahme der Bartók-Quartette.

Ambroise Thomas
1811-1896

Streichquartett G-dur, op. 1 (1833)

Allegro moderato
Minuetto
Andante
Allegro vivace – Allegretto

Isang Yun
1917-1995

Streichquartett Nr. 6 (1992)

Giocoso
Lamentoso
Animato

Ludwig van Beethoven
1770-1827

Streichquartett Nr. 8, e-moll, op. 59, Nr. 2 «2. Rasumovsky-Quartett» (1806)

Allegro
Molto adagio
Allegretto - Maggiore (Thème russe)
Finale: Presto

(zu Beethoven, Streichquartett Nr. 8, e-moll, op. 59, Nr. 2 «2. Rasumovsky-Quartett»)

Das Opus 59 ist offensichtlich als Zyklus konzipiert. Zu dessen für das damalige Publikum schwierigen Zügen hat sicher der sinfonische Tonfall beigetragen, zu dem, angeregt durch die Qualitäten des Schuppanzigh-Quartetts, weitere Elemente wie spieltechnische Ansprüche, die Harmonik und die Rhythmik hinzutreten. Im Gegensatz zum F-dur-Quartett (Nr. 1) bleibt das zweite der Rasumowsky-Quartette stärker der Tradition verpflichtet. Es wirkt wie die Antithese zum kühnen ersten – das dritte in C-dur würde dann die Synthese bilden. Auf den düsteren Kopfsatz, einen Vorgriff auf op. 95 in f-moll, folgt ein zunächst scheinbar lichter Adagio-Choral – Czerny berichtet, er sei Beethoven beim Anblick des Sternenhimmels eingefallen. Durch Beifügen von Gegenstimmen und rhythmischen Kontrapunkten löst sich der Choral-Charakter immer mehr auf. Im fünfteiligen rhythmisch pointierten Scherzo fällt im Trio das aus Mussorgskys Boris Godunow bekannte Thème russe ins Ohr. Beethoven fand es in einer Sammlung russischer Volkslieder von Iwan Pratsch, die erstmals 1790 in St. Petersburg erschienen war. Das Finale weist, nicht nur mit dem Beginn in C-dur, auf das dritte Quartett, die Synthese des Opus, voraus.

(zu Yun, Streichquartett Nr. 6)

Auftragswerk der Gesellschaft für Kammermusik Basel mit Unterstützung des Lotteriefonds Basel-Stadt