Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

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Konzertdetails

803

16.10.2007, 20:15 Uhr (Zyklus A 82. Saison)
Stadtcasino, Hans Huber-Saal

Mojca Erdmann, Sopran
Eric Schneider, Klavier/Johannes Zurl, Klarinette

Erdmann, Mojca, Sopran

Schneider, Eric, Klavier
Zurl, Johannes, Klarinette

Von 1997 bis 2005 gehörte Mojca Erdmann zum festen Ensemble der Komischen Oper Berlin. Dort war sie u. a. als Susanna, Blonde, Zerlina, Marzelline, Ännchen, Morgana (Alcina), Nannetta (Falstaff) und Miss Wordsworth (Albert Herring) sowie als Stasi in Die Csárdásfürstin zu hören. Daneben gastierte sie an verschiedenen Opernhäusen (u. a. an der Deutschen Oper Berlin, am Theater Basel [Zerlina 2006, Zaide 2007] und am Nationaltheater Mannheim) als Oscar, Blonde, Zerlina, Norina und Gretel. Auch als Interpretin zeitgenössischer Musiktheaterwerke hat sich Mojca Erdmann profiliert: So debütierte sie an der Berliner Staatsoper Unter den Linden in der Uraufführung der Produktion Takemitsu - My Way of Life unter der Leitung von Kent Nagano. Ebenfalls unter Kent Nagano verkörperte sie die Hauptrolle in Ichido Nodairas neuer Oper Madrugada beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2005. Nach ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen 2006 mit der Titelpartie von Mozarts Zaide unter Ivor Bolton war sie bereits 2007 wieder dort zu Gast: Als Zelmira in Haydns Armida, (wieder unter der Leitung von Ivor Bolton, Regie Christof Loy) wurde sie von Publikum und Presse als die Überraschung der Festspiele gefeiert. Im Januar 2008 wird sie zum ersten Mal auf der Amsterdamer Opernbühne als Blondchen in Mozarts Die Entführung aus dem Serail unter Constantinos Carydis zu erleben sein.

Im Konzertbereich arbeitet Mojca Erdmann mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Nikolaus Harnoncourt, Kent Nagano, Fabio Luisi, Christoph Poppen und Ivor Bolton. Sie gastierte bei den Berliner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonieorchester Berlin, dem Symphonieorchester des BR, dem MDR-Sinfonieorchester, dem WDR-Rundfunkorchester und dem Münchener Kammerorchester und gestaltete Liederabende in Berlin, Hamburg, Freiburg, sowie Peking. Im September 2007 debütierte sie beim Lucerne Festival mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott mit Ligetis Requiem. Beim Mitteldeutschen Rundfunk ist sie mit Leopold Hager mit Werken von Schubert und Mendelssohn zu Gast und tritt 2008 mit Mendelssohns Lobgesang- Sinfonie unter Jun Märkl in Leipzig und Dresden auf. Nikolaus Harnoncourt hat sie für Schumanns Paradies und die Peri in den Wiener Musikverein sowie für die Faust-Szenen zum Amsterdamer Concertgebouw Orkest eingeladen. Beim Kissinger Sommer 2008 wird die Sopranistin gleich zweimal - beim Geburtstagskonzert von Peter Ruzicka und mit einem Liederabend mit Gerold Huber - zu hören sein.

Eric Schneider arbeitet mit der Elite der jüngeren deutschen Sängergeneration zusammen: Christine Schäfer, Christiane Oelze, Matthias Goerne und Stephan Genz zählen zu seinen ständigen Bühnenpartnern. Als Liedpianist ist Schneider in den bedeutendsten Konzertsälen der europäischen Musikzentren zu hören, ebenso in den Metropolen Amerikas und Asiens. So trat er unter anderem in der Wigmore Hall London, Berliner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam, Châtelet Paris, Wiener Musikverein, Tokyo Opera City, Chicago Symphony Hall und Carnegie Hall New York auf. Darüber hinaus gastierte er bei bedeutenden Festivals wie der Schubertiade Schwarzenberg, Gidon Kremers Lockenhaus-Festival, den Schwetzinger Festspielen, den Münchner Opernfestspielen, Salzburger Festspielen und dem Tanglewood Summer Music Festival.

Franz Schubert
1797-1828

«Der Hirt auf dem Felsen». Lied für Singstimme, Klarinette (oder Violoncello) und Klavier, op. post. 129, D 965. Text: Wilhelm Müller und Helmina von Chézy [?] (1828)

Robert Schumann
1810-1856

Sechs Gedichte und Requiem op. 90 (Text: Nikolaus Lenau/anonym) (1850)

Lied eines Schmiedes
Meine Rose
Kommen und Scheiden
Die Sennin
Einsamkeit
Der schwere Abschied
Requiem

Claude Debussy
1862-1918

«Pantomime», L. 31 (Text: Paul Verlaine) (1882)

«Clair de Lune», L. 32 (Text: Paul Verlaine) (1882)

«Musique», L. 44 (Text: Paul Bourget) (1883)

«Paysage sentimental», L. 45 (Text: Paul Bourget) (1883)

«Regret», L. 55 (Text: Paul Bourget) (1884)

«Pierrot», L. 15 (Text: Théodore Faullin de Banville) (1881)

Richard Strauss
1864-1949

Lieder der Ophelia aus Sechs Lieder op. 67, Nr. 1-3 (Text: Karl Joseph Simrock) (1918)

Wie erkenn’ ich mein Treulieb
Guten Morgen, ’s ist Sankt Valentinstag
Sie trugen ihn auf der Bahre bloss

«Ich wollt’ ein Sträußlein binden» (Clemens Brentano), op. 68/2 (1918)

«Säusle, liebe Myrte!» (Clemens Brentano), op. 68/3 (1918)

«Amor», op. 68 Nr. 5 (Text: Clemens Brentano) (1918/19)

(zu Schubert, «Der Hirt auf dem Felsen». Lied für Singstimme, Klarinette (oder Violoncello) und Klavier, op. post. 129, D 965. Text: Wilhelm Müller und Helmina von Chézy [?])

Schuberts Opus 1 war bekanntlich ein Lied, der Erlkönig. Auch ihm waren viele Lieder vorangegangen. Erst im letzten Lebensjahr hingegen schrieb Schubert zwei Lieder mit einem obligaten Instrument neben dem Klavier. Fast so berühmt wie Erlkönig ist der Schalmei blasende Hirt auf dem Felsen, nur gut einen Monat vor dem Tod des Komponisten entstanden. Hier gibt die Klarinette das szenische Kolorit. Den Text entnahm Schubert zwei Gedichten des «Griechen-Müller», dessen Schöne Müllerin und Winterreise er früher vertont hatte. Ein halbes Jahr zuvor war mit dem Hornisten Lewy und dem Tenor Tietze Auf dem Strom im Privatkonzert vom 26. März erklungen. Für diesen Anlass ist das Lied wohl komponiert. Bei beiden Liedern gibt es eine alternative Cellostimme. Bei Auf dem Strom fand sie bereits im Januar 1829 im Privatkonzert der Anna Fröhlich Verwendung, stammt also vielleicht von Schubert selbst. Es wird aber, beim Hirt auf dem Felsen scheint dies sicher, das Interesse des Verlegers gewesen sein, den Liedern auf diese Weise grössere Verbreitung zu verschaffen. Man stelle sich auch – bei allem Reiz dieser Fassung – den Hirten hinter dem Cello auf seinem Felsen sitzend vor!

(zu Strauss, «Ich wollt’ ein Sträußlein binden» (Clemens Brentano), op. 68/2)

Aus dem reichen Liedschaffen von Strauss mit über 150 Vertonungen hört man meist nur wenige, nicht selten in Orchesterfassungen. Strauss hat das Lied aus dem intimen Rahmen Schuberts oder Schumanns in den spätbürgerlichen Konzertsaal vor ein grosses Publikum versetzt und dafür einen neuen Liedtypus geschaffen. Gleichwohl ist auch er ein Meister der Intimität, wenn auch, deutlich erkennbar in der Dichterwahl, im Stil des Fin de siècle. Der Grossteil seiner Lieder ist vor der Salome (1903–05) entstanden und bildet die Brücke von der Instrumentalmusik zur Oper. Empfindsamkeit eignet den Mädchenblumen Dahns, bei deren Tändelei man dem Verfasser von Ein Kampf um Rom begegnet. Die beiden späten Liedergruppen Opus 68 und 69 sind den großen Romantikern, Achim von Arnim, Clemens von Brentano und Heinrich Heine, gewidmet.

(zu Strauss, «Säusle, liebe Myrte!» (Clemens Brentano), op. 68/3)

Aus dem reichen Liedschaffen von Strauss mit über 150 Vertonungen hört man meist nur wenige, nicht selten in Orchesterfassungen. Strauss hat das Lied aus dem intimen Rahmen Schuberts oder Schumanns in den spätbürgerlichen Konzertsaal vor ein grosses Publikum versetzt und dafür einen neuen Liedtypus geschaffen. Gleichwohl ist auch er ein Meister der Intimität, wenn auch, deutlich erkennbar in der Dichterwahl, im Stil des Fin de siècle. Der Grossteil seiner Lieder ist vor der Salome (1903–05) entstanden und bildet die Brücke von der Instrumentalmusik zur Oper. Empfindsamkeit eignet den Mädchenblumen Dahns, bei deren Tändelei man dem Verfasser von Ein Kampf um Rom begegnet. Die beiden späten Liedergruppen Opus 68 und 69 sind den großen Romantikern, Achim von Arnim, Clemens von Brentano und Heinrich Heine, gewidmet.