Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Suite für Violoncello solo Nr. 2, d-moll, BWV 1008 (vor 1726)

Prélude
Allemande
Courante
Sarabande
Menuets I-II
Gigue

Das Erstaunliche an Bachs Cello-Suiten ist der Umstand, dass sie gleich zu Beginn der Literatur für Solo-Cello den Höhepunkt in dieser Gattung bilden und dies bis heute geblieben sind. Die neuere Celloliteratur hat diesen Werken fast nichts entgegenzusetzen. Die Solosonaten von Kodály und Bernd Alois Zimmermann sind zwar wichtige Werke, jedoch Einzelgänger. Bachs Suiten sind, sieht man von Werken für Viola da gamba ab, ohne bedeutende Vorbilder entstanden. Während es Werke für Violine solo seit dem frühen 17. Jahrhundert gegeben hat, sind solche für Cello, das damit aus der Generalbass-Rolle herausgeholt wird, erst kurz vor 1680 und um 1700 (Giuseppe Jacchini) nachweisbar. Vielleicht ist dies mit ein Grund für die einfachere Struktur gegenüber den Werken für Solo-Violine. Bach experimentierte mehr im Innern und im Spieltechnischen als im Formalen. Immerhin weisen auch die Englischen Suiten für das Clavier, also Bachs ureigenstes Instrument, den gleichen Aufbau auf. Somit bleibt die Frage nach der Priorität der Solo-Werke für Violine bzw. Cello offen. Unbekannt ist auch, für wen Bach die Werke geschrieben hat. Für einen der beiden Cellisten der Köthener Hofkapelle, Linigke oder den auch als Gambenvirtuose bekannten C.F. Abel? Oder nur als Studienstücke zu Lehr- und Lernzwecken? Die ersten beiden Sätze der 2. Suite weisen im Rhythmischen und Melodischen mehr Bewegung auf als die entsprechenden Sätze der 1. Suite. Die Allemande nimmt den schmerzhaften Tonfall des Prélude auf, die Courante dagegen lässt ihren Schwung weitgehend in gleichmässigen Sechzehnteln ablaufen. Würde und gleichwohl Serenität prägen die vielfach mehrstimmig geführte Sarabande. Doppelgriffe bestimmen auch das 1. Menuett; das alternierende in D-dur setzt auf Eleganz und Zartheit. Vorwärtsstürmend schliesst eine düstere Gigue diese allgemein dunkel gehaltene Suite ab.

Aufführungen

717 9.11.1999 Antonio Meneses, Violoncello