Kammermusik Basel

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Werkdetails

Suite für Violoncello solo Nr. 6, D-dur, BWV 1012 (vor 1726)

Prélude
Allemande
Courante
Sarabande
Gavottes I-II
Gigue

Das Erstaunliche an Bachs Cello-Suiten ist der Umstand, dass sie gleich zu Beginn der Literatur für Solo-Cello den Höhepunkt in dieser Gattung bilden und dies bis heute geblieben sind. Die neuere Celloliteratur hat diesen Werken fast nichts entgegenzusetzen. Die Solosonaten von Kodály und Bernd Alois Zimmermann sind zwar wichtige Werke, jedoch Einzelgänger. Bachs Suiten sind, sieht man von Werken für Viola da gamba ab, ohne bedeutende Vorbilder entstanden. Während es Werke für Violine solo seit dem frühen 17. Jahrhundert gegeben hat, sind solche für Cello, das damit aus der Generalbass-Rolle herausgeholt wird, erst kurz vor 1680 und um 1700 (Giuseppe Jacchini) nachweisbar. Vielleicht ist dies mit ein Grund für die einfachere Struktur gegenüber den Werken für Solo-Violine. Bach experimentierte mehr im Innern und im Spieltechnischen als im Formalen. Immerhin weisen auch die Englischen Suiten für das Clavier, also Bachs ureigenstes Instrument, den gleichen Aufbau auf. Somit bleibt die Frage nach der Priorität der Solo-Werke für Violine bzw. Cello offen. Unbekannt ist auch, für wen Bach die Werke geschrieben hat. Für einen der beiden Cellisten der Köthener Hofkapelle, Linigke oder den auch als Gambenvirtuose bekannten C.F. Abel? Oder nur als Studienstücke zu Lehr- und Lernzwecken? Für die 6. Suite hat Bach ein fünfsaitiges Cello vorgesehen, doch lässt sich das Werk mit der heutigen Spieltechnik auch auf dem gewöhnlichen viersaitigen spielen. Interessant ist, dass sich Bach 1724 eine fünfsaitige Viola pomposa bauen liess, ein im Arm gespieltes Instrument in Cellostimmung. So konnte er mit der Technik des Geigers auch Cellostücke, also wohl auch die eigenen Suiten, in der originalen Stimmlage spielen. Das Prélude beginnt mit Bariolagefiguren und spielt mit dem Wechsel von forte und piano. Die Allemande ist eine Improvisation weitab vom Tanz, die Courante dagegen setzt auf das Tänzerisch-Elegante. Mit einfacher Melodielinie und Sextenparallelen erklingt die Sarabande, die Gavotten geben sich fröhlich, die 2. mit Musetteklängen über einem Orgelpunkt. Rhythmisch akzentuiert erinnert die gehobene Stimmung der Gigue an eine lustige Jagd.

Aufführungen

717 9.11.1999 Antonio Meneses, Violoncello