Kammermusik Basel

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Werkdetails

Streichquartett Nr. 1, h-moll (1916/19)

Ernest Bloch
1880-1959
Lamento. Andante moderato
Allegro frenetico
Pastorale. Andante molto moderato
Finale. Vivace allegro con fuoco

Der Genfer Bloch war als Geiger Schüler von Eugène Ysaye, als Komponist von Emile Jaques-Dalcroze und Ludwig Thuille. 1916 verliess er seine ihm wenig gewogene calvinistische Heimat, um zunächst als Tournee-Dirigent in den USA zu wirken. Hier hatte er als Komponist und Dirigent rasch Erfolg, was ihn vorerst bewog, in Amerika zu bleiben. Die Jahre 1912-17 gelten als seine jüdisch-hebräische Phase (bekanntestes Werk: Schelomo). Das umfangreiche 1. Quartett steht genau an diesem Übergang. Noch in Genf begonnen wurde es in New York als eines der letzten Werke der jüdischen Phase vollendet. In einem Brief an Alfred Ponchon vom Flonzaley Quartet, welches das Werk in New York mit grossem Erfolg uraufführte, äusserte sich Bloch über die drei ersten Sätze (gekürzt): Part I - LAMENTO. Decidedly of JEWISH inspiration - mixture of bitterness violence and of pain. Later a very Jewish theme of faith and ardour (which is found in others of my Jewish works), and then harsh and raucous, and more Hebraic especially the viola part to which I could almost give words. / Part II - I am almost certain that this Allegro frenetico will make you grind your teeth at first, regardless of your familiarity with modern music. My view of humanity is not too kindly. It is a horrible grimace, a witch’s stew with no small part of bile./ Part III - PASTORALE. It was composed almost entirely in open air, in the woods, the mountains. It is rather a «rêverie» in the solitude of nature. Das Finale beschrieb Bloch später als rhapsodisch und die vier Sätze abrundend und verbindend.

Aufführungen

733 20.3.2001 Amar Quartett