Kammermusik Basel

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Werkdetails

Aus: Acht Stücke für Klavier, Klarinette und Viola, op. 83 (1908/1910), Transkription für Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier von Benjamin Engeli (1908/10)

Max Bruch
1838-1920
Nr. 5: Andante (Rumänische Melodie), f-moll
Nr. 2: Allegro con moto, h-moll
Nr. 3: Andante con moto, c-moll
Nr. 4: Allegro agitato, d-moll

Dauer ca: 00:19

Die bekanntesten Vorgänger in der Besetzung von Bruchs Triostücken sind, zumindest was die endgültige Ausgabe mit Klavier, Klarinette und Bratsche betrifft, Mozarts «Kegelstatt-Trio» (KV 498, 1786) und Schumanns «Märchenerzählungen» (op. 132, 1853) (dazu um 1903 Carl Reineckes A-dur-Trio op. 246), eine trotz reizvollem Klangbild nicht häufig gepflegte Gattung. Der Anlass zur Komposition ging von Bruchs Sohn Felix aus, der Dirigent und ein ausgezeichneter Klarinettist war. Er wurde sogar mit dem berühmten Richard Mühlfeld verglichen, für den Brahms seine Klarinettenwerke geschrieben hat. Von seinem Vater – zu dessen 70. Geburtstag vom 6. Januar 1908 notabene – hatte er sich eine Komposition gewünscht, die einen Konzertabend neben den erwähnten Werken vervollständigen sollte. Bruch fertigte, wohl der besseren Verkäuflichkeit wegen, auch eine Fassung für Violine, Cello und Klavier an. Die Stücke Nr. 5, 6 und wohl 3 existierten zudem in einer Version mit Harfe, was man in der «Rumänischen Melodie» (Nr. 5) gut hören kann. Die Anregung zu dieser «ganz herrlichen rumänischen Melodie» verdankte Bruch laut eigenen Worten der «allerliebsten Prinzessin (Sophie) zu Wied». Ihr hat er die endgültige Fassung und Ausgabe 1910 (ohne Harfe) bei N. Simrock Berlin gewidmet. Felix Bruch führte die «Acht Stücke» am 20. Januar 1909 in Bonn auf. Bei diesen, von denen sieben in Moll stehen, handelt es sich um reizvolle lyrische Charakterbilder in gut romantischer Tradition, wie sie beim Traditionalisten Bruch, der sich früh von den Neudeutschen distanziert hatte und sich mehr Brahms verpflichtet fühlte, nicht überraschen. Die Klangfarben der Instrumente kommen dabei bestens zur Geltung und gerade die Kombination Klarinette–Bratsche ist besonders interessant. Diese Erfahrung war es wohl, die Bruch zu seinem e-moll-Konzert für Klarinette, Viola und Orchester op. 88 von 1911 angeregt hat.

Aufführungen

902 10.11.2015 Zurich Ensemble