Kammermusik Basel

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Werkdetails

Conte fantastique d’après „Le Masque de la Mort Rouge“ d’ Edgar Allan Poe pour harpe et quatuor à cordes (1908/1923)

André Caplet
1878-1925
Modéré – Animé – Rythmé – Modéré – Largement – Animé

André Caplet, erfolgreicher Rompreisgewinner (vor Ravel) und Dirigent aus Le Havre, war später Mitarbeiter Debussys, für den er orchestrierte. Als Komponist war er vor allem nach seiner im 1. Weltkrieg erlittenen Lungenverletzung aktiv. Schon 1908 schrieb er eine „Etude symphonique pour harpe chromatique principale et orchestre“; 1923 überarbeitete er sie für Harfe und Streichquartett, diesmal für die Harfe Erards. Der Partitur stellte er Zitate aus Poes Arabeske voran – im Stück selber hören wir das Klopfen des Todes an die Tür und die zwölf Glockenschläge der alten Uhr. Caplet nutzt die Möglichkeiten klanglicher Wirkungen in der Spieltechnik der Streicher. Die Harfe stellt wohl die Hauptperson dar, wie sie, zuerst nur latent, später real anwesend, laut Debussy „organise la terreur“. Ohne in Details die Handlung instrumental darstellen zu wollen, gelingt es Caplet, zwischen erzählender Darstellung und der Stimmung zu vermitteln, wie unheimliche Spannung und Schrecken zunehmen. Was er ausdrücken wollte, sagt er im der Partitur vorangestellten Satz: „Dans une atmosphère lourde d’angoisse et d’épouvante, c’est, brusque et hideuse, l’apparition du Masque de la Mort rouge, dont le rictus diabolique dénonce la joie rageuse et impitoyable de tout livrer à l’anéantissement.“

Aufführungen

865 6.11.2012 Carmina Quartett