Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Streichquartett Nr. 3 (1970/71)

Elliott Carter
1908-2012
1. Duo II: Maestoso (giusto sempre) – Pause – Grazioso – Giusto, meccanico
Duo I: Furioso (quasi rubato sempre) – Leggerissimo – Andante espressivo
2. Duo II: Giusto, meccanico (Fortsetzung) – Pause – Scorrevole
Duo I: Giocoso – Pause
3. Duo II: Scorrevole (Forts.) – Giusto, meccanico – Grazioso
Duo I: Leggerissimo – Furioso – Pause
4. Duo II: Grazioso (Forts.) – Maestoso – Pause
Duo I: Giocoso – Andante espressivo
5. Duo II: Largo tranquillo – Appassionato – Largo tranquillo;
Duo I: Andante espressivo (Forts.) – Pause – Leggerissimo
6. Duo II: Scorrevole – Appassionato – Coda
Duo I: Furioso – Andante espressivo – Furioso – Coda

Es überrascht, dass manches eben Erwähnte, etwa die Aufteilung der Instrumente Ottos, vergleichbar in Carters 3. Streichquartett auftaucht. In diesem ebenfalls, insbesondere rhythmisch, als äusserst schwierig geltenden Werk lässt Carter zwei Duos, gebildet aus 2. Violine und Bratsche (Duo II, in der Partitur oben notiert) bzw. 1. Violine und Cello (Duo I, unten), nebeneinander spielen. Dabei überschneiden sich nicht nur verschiedene Rhythmen und Tempi bzw. Charaktere, sondern auch die einzelnen Abschnitte. So wird ein Abschnitt von einem Duo wieder aufgenommen oder weitergeführt, wenn das andere Duo bereits bei einem andern Teil angelangt ist. Dadurch werden die vier „Sätze“ des Duos I auf die sechs Teile des Duos II aufgeteilt, was dazu führt, dass bereits absolvierte Passagen im neuen Teil wieder aufgegriffen werden, aber auch dazu, dass mehrfach das eine Duo pausiert, während das andere sein Konzept weiterführt. Ähnliches gilt für die den beiden Duos jeweils zugewiesene Tonstruktur und die Intervalle sowie für eine freie Rubato-Spielweise mit unregelmässigen Rhythmen beim Duo I gegen die rhythmisch strenge beim Duo II. All dies führt nicht nur zu sich reibenden Tönen, sondern zu miteinander konkurrierenden polyrhythmischen Klanggebilden. Den jeweiligen entsprechend benannten Passagen sind zudem folgende Intervalle zugewiesen: Duo I: Furioso – Grosse Septime / Leggerissimo – Reine Quarte / Andante espressivo – Verminderte Sexte / Giocoso – Kleine Terz // Duo II: Maestoso – Reine Quinte / Grazioso – Verminderte Septime / Giusto meccanico – Tritonus / Scorrevole – Verminderte Sekunde / Largo tranquillo – Grosse Terz / Appassionato – Grosse Sexte. Das Werk wurde am 23. Januar 1973 vom auftraggebenden Juilliard String Quartet uraufgeführt. Carter hielt nach dem 5. Quartett von 1994/95 sein Streichquartettschaffen für abgeschlossen. Mit der heutigen Aufführung des 3. Quartetts, knapp zwei Jahre nach dem Tod des Komponisten im Alter von beinahe 104 Jahren, kommt sein Quartettzyklus in unseren Konzerten zum Abschluss. In Basel ist Carter weiterhin dauernd präsent, denn sein Nachlass wird in der Paul Sacher-Stiftung aufbewahrt.

Aufführungen

887 21.10.2014 JACK Quartet