Kammermusik Basel

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Werkdetails

Quintett c-moll für Harfe, 2 Violinen, Viola und Violoncello, AV 24 (1807)

Allegro moderato
Adagio
Allegro

1795 schrieb der später als Schriftsteller berühmte und als Jurist tätige E. T. W. Hoffmann an seinen Schulfreund Theodor Gottlieb von Hippel: «Wenn ich von mir selbst abhinge, würd’ ich Componist.» Da trug er noch seinen wirklichen dritten Vornamen Wilhelm. Erst 1805 hat er ihn, aufgrund des Wunsches, Musiker und Komponist zu sein, aus Verehrung für Mozart in Amadeus geändert – doch das wurde amtlich nie anerkannt. Schriftsteller wurde Hoffmann erst, nachdem der Musikertraum geplatzt war. Denn weder als Dirigent noch als Musikdirektor, etwa in Bamberg, war ihm Erfolg beschieden; auch als Komponist gelang diesem vielbegabten «Capellmeister Kreisler» – die literarische Figur, in der er sich selber sah – trotz Erfolgen der Durchbruch nicht. Wie kam er dazu, ein Harfenquintett zu komponieren? Einmal abgesehen von der wichtigen Rolle der Harfe in der Frühromantik (etwa bei Spohr, der mit einer Harfenistin verheiratet war) hatte auch der verehrte Mozart für dieses Instrument komponiert (KV 299). Schon 1795 hat Hoffmann angefangen Harfe zu spielen (Brief an Hippel): «Weisst Du, dass ich auf der Harfe spiele? – Schade ist’s nur, dass ich mich nicht zwingen kann auf der Harfe nach Noten zu spielen, sondern nur immer fantasire, wodurch ich aber viel Fertigkeit gewinne.» 1807 bot Hoffmann sein offenbar kurz zuvor entstandenes Quintett einem Verleger, 1808 auch Hans Georg Nägeli in Zürich an. Mochte er auch von Mozart und frühromantischen Komponisten beeinflusst sein, war er doch eigenständig und eigenwillig genug, eigene Konzeptionen vorzulegen. Im Harfenquintett ist die Reduzierung der verschiedenen Themen auf eine neue Art Monothematik, die deutlich über Früheres hinausgeht, erstaunlich, was auf eine übergeordnete Werkeinheit hinzielt. Man hat dabei eine Permutationstechnik ausgemacht, die vor allem im Finale – es beginnt mit einer Art «beschwingtem B-A-C-H-Motiv» – Bedeutung gewinnt.

Aufführungen

865 6.11.2012 Carmina Quartett