Kammermusik Basel

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Werkdetails

Sequentia aus «Choralis Constantinus» (1510/20)

Heinrich Isaac (Henricus Ysaac/Ysac u.ä.), an unbekanntem Ort in Flandern kurz vor oder 1450 geboren, war einer der grossen Komponisten der Renaissance und Hauptmeister der niederländischen Schule. Lange hielt er sich in Oberitalien und in Florenz auf, wo er im Dienst der Medici stand. Vor November 1496 trat er mit seinem Lieblingsschüler und Assistenten Ludwig Senfl in den Dienst Maximilians I. am Innsbrucker Hof. Sein früh populäres Lied «Innsbruck, ich muss dich lassen» ist noch heute bekannt. Neben einer Vielzahl von Liedern, Motetten und Messen hat er eine umfangreiche Sammlung von Offizien (mehrstimmige Kompositionen der Hauptteile des Messepropriums) komponiert, die er, weil Teil II auf der Liturgie von Konstanz, wo er sich zwischen 1503 und 1514 öfters aufhielt, beruht, «Choralis Constantinus» nannte (gedruckt 1550 in Nürnberg). Möglicherweise hat Senfl Isaacs Sammlung nach dessen Tod 1517 in Florenz ergänzt bzw. abgeschlossen. Unter Sequenz versteht man unter anderem die melodiöse wiederholte Weiterführung einer Choralmelodie mit neuem Text. Die berühmteste Sequenz dürfte das Dies irae sein. Anton Webern hat 1906 sein Studium der Musikgeschichte an der Universität Wien mit einer Dissertation über Isaacs «Choralis Constantinus» abgeschlossen und den zweiten Teil für Streichquartett bearbeitet, doch wird heute eine Einrichtung von Siegfried Thiele gespielt.

Aufführungen

815 14.10.2008 Leipziger Streichquartett