Kammermusik Basel

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Werkdetails

Streichquartett «Isaac», in Verbindung mit Heinrich Isaac (um 1450–1517), aus der Offizien-Sammlung «Choralis Constantinus», Teil II (in der bearbeiteten Ausgabe von Anton Webern, 1909) (2002)

Kurtág: Aus der Ferne (1991)
Isaac: In Annunciatione Beatae Mariae Virginis
Kurtág: Con Slancio
Kurtág: Langsamer Walzer (für Walter Levin)
Kurtág: Perpetuum mobile für Viola
Isaac: In Ascensione Domini
Kurtág: Népdalféle für Viola
Kurtág: Largamente
Kurtág: Vivace
Isaac: In festo Corporis Christi
Kurtág: Leise, Sanft, Getragen
Kurtág: Doloroso für Viola
Kurtág: Ligatura, Message to Frances-Marie (The answered question), op. 31b
Isaac: In Visitatione Beatae Mariae Virginis
Kurtág: 12 Mikroludien für Streichquartett op. 13 – Hommage à Mihály András

Der 1926 in Rumänien geborene Pianist und Komponist György Kurtág studierte u.a. bei Sandor Veress, später in Paris bei Olivier Messiaen und Darius Milhaud. Hier machte er sich auch mit den Kompositionstechniken der Zweiten Wiener Schule und später mit Musik von Karlheinz Stockhausen vertraut. Am ehesten bekennt er sich zu zwei Vorbildern: Bartók mit seiner repetitiven Rhythmik und dem periodischen Denken und Webern in der knappen, äusserst konzentrierten und strukturierten Form. Eines der bekanntesten Werke, häufig von ihm selbst und seiner Frau aufgeführt, sind die Játékok («Spiele»), eine Reihe kurzer Stücke für Klavier, die stets für Erweiterungen offen ist. Zwischen diese eingebaut sind Klavierstücke von Bach. Ganz ähnlich geht Kurtág bei seinem «neuen» Werk «Isaac» vor. Er verwendet eigene Stücke für verschiedene Streichinstrumente wieder, darunter als «Finale» die bei uns bereits zweimal aufgeführten Mikroludien, und verzahnt sie mit Sätzen von Heinrich Isaac, dem grossen flandrischen Komponisten der Renaissance, der einer der Hauptmeister der niederländischen Schule war. Sein Lied «Innsbruck, ich muss dich lassen» ist noch heute berühmt. Er hat eine umfangreiche Sammlung von Offizien (mehrstimmige Kompositionen der Hauptteile des Messepropriums) komponiert, die er, weil zumindest Teil II auf der Liturgie von Konstanz (Isaac war zwischen 1503 und 1514 öfters dort) beruhen, «Choralis Constantinus» nannte. Webern hat 1906 sein Studium der Musikgeschichte an der Universität Wien mit einer Dissertation über den «Choralis Constantinus» abgeschlossen und später das Werk in eigener Bearbeitung herausgegeben. Auf diese Ausgabe stützt sich Kurtág.

Aufführungen

761 24.11.2003 Hagen Quartett