Kammermusik Basel

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Werkdetails

Bitácora capilar (2013)

Hilda Paredes stammt aus Mexiko und ist eine der führenden Komponistinnen ihrer Generation. Seit 1979 lebt sie in London. Sie hat eine grosse Zahl von Werken in verschiedensten Besetzungen geschrieben, die weltweit gespielt werden. Drei Quartette hat sie für das Arditti Quartet komponiert (1998, 2007/08 sowie Bitácora capilar zum 40jährigen Bestehen des Quartetts), zudem eine Reihe weiterer Stücke für Irvine solo und dessen Sohn, den Countertenor Jake Arditti. Von den früheren Quartetten unterscheidet sich Bitácora capilar durch seine Intimität. Als Frau von Irvine Arditti ist Paredes über zwei Jahrzehnte Zeugin der Aktivitäten des Arditti Quartet, und so ist das Werk teilweise die Erinnerung daran, ein «haarfeines Logbuch (Schiffsjournal)», was der Titel bedeutet. Der Beginn besteht, sul ponticello gespielt, aus einem luftigen hohen Gewebe von raschem Flimmern, das sich in harmonische Triller auflöst. Wichtig, hier und im ganzen Werk, ist eine Zelle aus sieben Noten, H–A–D–A–D–B–E. Bald wird das Flimmern länger; die Harmonien werden in ein Gewirr von metrisch unabhängigen Linien umgesetzt, bis diese in eine neue Textur übergehen: in schroffe Klänge und Crescendo-Triller in weitgehend tieferer Lage. Später führt die Bratsche in eine Welle von Tonleiterläufen auf- und abwärts, die in pizzicati umbricht. Sie bringt die Musik in eine neue Sphäre von glissandi (pizzicato und mit dem Holz der Bögen hinuntergezogen) und nervösem Schwanken in Vierteltonintervallen. (nach Paul Griffiths, gekürzt)

Aufführungen

927 28.11.2017 Arditti Quartet