Kammermusik Basel

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Werkdetails

Klaviertrio, a-moll (1914/15)

Maurice Ravel
1875-1937
Modéré
Pantoum: Assez vif
Passacaille: Très large
Final: Animé

Dauer ca: 00:26

Fast zwölf Jahre nach dem Streichquartett hat Ravel auch die Gattung Klaviertrio mit einem Werk bedacht. Pläne dafür gab es bereits 1908. Entstanden ist es in baskischer Umgebung, in St-Jean-de-Luz, nahe von Ravels Geburtsort Ciboure. Darauf weisen die Anklänge an baskische Rhythmen gleich zu Beginn des Kopfsatzes hin, dessen Hauptthema im ungewöhnlichen 8/8-Takt, allerdings asymmetrisch zerlegt (3+3+2) über einem Bass in Vierteln, gehalten ist. Das 2. Thema verschiebt die Betonung (3+2+3). Das Scherzo trägt den fremdartigen Titel «Pantoum», Hinweis auf eine malaiische Dichtungsform, bei der die 2. und 4. Zeile einer Strophe wiederholt werden, um daraus die 1. und 3. Zeile der folgenden Strophe zu bilden. Ravel benutzt für dieses Wechselspiel drei Themen. Die streng gebaute Passacaglia in fis-moll und cis-moll, deren achttaktiges Thema im Klavierbass eingeführt wird, zeigt Ravel als einen Neoklassizisten vor dem Neoklassizismus der zwanziger Jahre. Brillant, rhythmisch ungewohnt im (baskischen?) Wechsel von 5/4- und 7/4-Takt und in beinahe orchestraler Klangfülle zieht das wirkungsvolle Finale vorüber: Man spürt die Nähe zur Musik von Daphnis und Chloé, die kurz zuvor abgeschlossen wurde.

Aufführungen

732 6.2.2001 Zürcher Klaviertrio
676 12.1.1996 Beaux Arts Trio
518 3.2.1981 Odeon-Trio
459 2.11.1976 Trio di Trieste
378 3.11.1969 Beaux Arts Trio
368 31.10.1967 Trio di Trieste
294 18.3.1960 Trio di Trieste
201 27.2.1951 Trio di Trieste
172 19.12.1947 Trio di Trieste
108 21.11.1939 Lang-Trio