Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Sonate für Klavier, Violine und Violoncello (Klaviertrio) C-dur, op. 47 (um 1800)

Anton Reicha
1770-1836
Allegro poco vivo
Adagio
Finale. Allegro vivace

Wegen seiner Herkunft aus Prag wird Anton Reicha auch unter der tschechischen Namensform Antonín Rejcha (Taufname lateinisch Antonius Josephus Reicha) und wegen des langen Aufenthalts seit 1808 in Paris, wo er 1836 gestorben ist, auch mit den französischen Vornamen Antoine-Joseph geführt. Nach dem frühen Tod seines Vaters kümmerte sich sein Onkel Joseph, Cellist und Kapellmeister, um ihn. Mit ihm kam er 1785 nach Bonn, wo er in der nun vom Onkel geleiteten kurfürstlichen Hofkapelle Flöte und Geige spielte. Mit dem gleichaltrigen Beethoven, der zu den Bratschern gehörte, war er bald befreundet. Zusammen besuchten sie Vorlesungen an der Universität (Philosophie, Logik, Metaphysik, griechische Literatur). Nach Auflösung des Orchesters 1794 ging Reicha zunächst nach Hamburg; 1802-1808 lebte er meist in Wien, wo er Haydn begegnete. Ihm widmete er die 36 Klavierfugen op. 36. Und natürlich traf er wieder mit Beethoven zusammen. 1808 fand er seine letzte Lebensstation in Paris. Hier komponierte er auch jene Werke, für die er heute bekannt ist, die Bläserquintette. Schon 1809 lehrte er am Konservatorium. Er wurde, seit 1818 Nachfolger Méhuls, zum wohl bedeutendsten Lehrer für Kontrapunkt und Komposition in Paris, waren doch Onslow, Berlioz, Liszt, Gounod, Franck und weitere seine – zum Teil privaten – Schüler. Das um 1800 entstandene Trio wurde bei Breitkopf & Härtel in Leipzig gedruckt. Auf dem Titelblatt ist es mit Sonate pour le Piano Forte avec accompagnement de Violon et Violoncelle bezeichnet; vor jeder Stimme steht aber auch in verschnörkelter Grossschrift «TRIO». Die Ecksätze weisen rhythmisch wenig prägnante, aus Achtelreihen geformte Hauptthemen auf, wobei das Finalthema durchaus eingänglich ist. Im Adagio stellt das Klavier das nun rhythmisch strukturierte Thema vor, bevor es die Geige übernimmt. In der Folge umspielen 32stel- und teilweise 64stel-Notenreihen in allen Instrumenten den Fortgang.

Aufführungen

908 1.3.2016 Smetana Trio