Kammermusik Basel

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Werkdetails

Klaviertrio Nr. 3, g-moll, op. 110 (1851)

Robert Schumann
1810-1856
Bewegt, doch nicht zu rasch – Rascher
Ziemlich langsam – Etwas bewegter – Erstes Tempo
Rasch – Etwas zurückhaltend bis zum langsameren Tempo – Erstes Tempo –
Sehr rasch
Kräftig, mit Humor

Dauer ca: 00:28

Das letzte der vier Klaviertrios Schumanns (Fantasiestücke 1842, Nr. 1 und 2 1847) ist in der kurzen Zeit vom 2. bis 9. Oktober 1851 in Düsseldorf entstanden und Niels W. Gade gewidmet. Als Spätwerk hat es das Stück schwerer gehabt als die früheren Trios, herrscht doch bis heute das Vorurteil vor, Schumanns späte Werke seien weniger bedeutend, nur ein Abglanz des früheren Schaffens, was man mit seiner psychischen Krankheit in Verbindung brachte. Die Äusserung von Wilhelm Joseph von Wasielewski, der am 27. Oktober bei der ersten Probe die Violine spielte, bekräftigt dieses Vorurteil. „Diesem originellen Werke liegt in den drei ersten Sätzen eine gereizte, düstere Stimmung zu Grunde, welche nicht gerade zum Mitgenuss einladet. Schumann mochte dies selbst empfunden haben, und hatte daher gesucht, dem Finale einen humoristisch schwungvollen Ton zu geben. Er meinte aber selbst, nachdem er’s gehört, es habe damit nicht so recht gehen wollen.“ Gewiss liegt über dem ganzen Werk eine Unruhe, aber ob sie als Gereiztheit interpretiert werden darf, ist fraglich. Sie macht sich gleich im Hauptthema des Kopfsatzes mit Auf- und Abwärtsbewegungen (Dezime aufwärts und danach None abwärts) bemerkbar. Trotzdem ist der Satz von beeindruckender Geschlossenheit. Der im Schema A – B – A’ – Coda gehaltene langsame Satz in Es-dur sorgt zunächst im 12/8-Takt mit seinen melodischen Bögen für Ruhe, bevor im B-Teil (f-moll, 9/8) mit einem Anklang an das Hauptthema des 1. Satzes die Unruhe wieder zum Vorschein kommt. Dieses Thema klingt auch im fünfteiligen Scherzo (c-moll) an; es steht überraschend im 2/4-Takt und sorgt gleich für Erregung. Doch die beiden Trios geben Gegensätze dazu: das erste in C-dur mit synkopierten Rhythmen durch Zurückhaltung, das zweite (As-dur) in trochäischem Rhythmus durch tanzhafte Fröhlichkeit. Das Finale hatte Schumann zuerst mit Mässig überschrieben, änderte dies jedoch in Kräftig, mit Humor. Der erwünschte Humor wirkt etwas gezwungen; gleichwohl hat der Satz Schwung, trotz einem Rückgriff auf das Seitenthema des 1. Trios im Scherzo. Mit dem Hauptthema schliesst er in G-dur. Clara empfand das Werk als „durch und durch von Leidenschaft“ bestimmt, was man nicht abstreiten kann. Schumann selbst schrieb am 27. Oktober ins Haushaltbuch: „Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“

Aufführungen

830 17.11.2009 Wiener Klaviertrio
504 15.4.1980 Luzerner Klavier-Trio