Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Kammermusik Basel

Werkdetails

Streichquartett II, Auftragswerk der Gesellschaft für Kammermusik Basel (2012)

Novelle
Elegie
Ballade

Balz Trümpy, 1946 in Basel geboren, verbrachte die Kindheit in Glarus. Nach der Matur am Humanistischen Gymnasium Basel erhielt er seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Basel bei Rolf Mäser und Paul Baumgartner (Klavier), Jacques Wildberger und Robert Suter (Musiktheorie) und Gerald Bennett (Komposition). Anschliessend studierte er bei Luciano Berio in Rom. Er war von 1979 bis 2011 Dozent für Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik in Basel. Von 1982 bis 1987 war er stellvertretender Leiter des Konservatoriums. Er lebt in Nuglar. Zu seinem neuen Werk schrieb Trümpy im April 2013: Die drei Sätze meines 2. Streichquartetts tragen Titel, die auf literarische Formen und Gattungen hinweisen. Dadurch soll der narrative und poetische Gehalt meiner Musik hervorgehoben werden. Der erste Satz – Novelle – ist dementsprechend ein Prosastück. Das betrifft sowohl seinen entwickelnden Charakter, wie er von einer Novelle verlangt wird, als auch die teilweise «prosamässig» geführte Diktion der Stimmen, die stellenweise nicht in ein gemeinsames metrisches Gefüge eingebunden sind. Insgesamt ist aber meine Musik seit einiger Zeit stark metrisch geprägt, was mit einer Verwendung von «Themen» im althergebrachten Sinn einhergeht. Ein Thema mit gemeinsamer Metrik bildet in Novelle denn auch den Kontrast zu den frei geführten Passagen. Elegie und Ballade wiederum sind gebundene Formen. Bei Elegie äussert sich das in einem dem klagenden Charakter entsprechenden ruhigen Gang, der sich beim Höhepunkt zu äusserster Erregung steigert. Der Titel Ballade meint nicht das erzählende Gedicht der Romantik, wie insbesondere Chopin es auf die Musik übertragen hat, sondern bezieht sich auf die ursprüngliche Bedeutung als Tanzlied des Mittelalters. Wie dieses hat meine Ballade einen Refrain, der verschiedentlich variiert wird. Sein tänzerischer Charakter wechselt ab mit teilweise lyrischen, teilweise in stark kontrastierender Dynamik gehaltenen Episoden. Das zweite Streichquartett wurde im Auftrag der Gesellschaft für Kammermusik Basel für das Szymanowski Quartett geschrieben und ist meinem Sohn Samuel gewidmet, dem ich während der Zeit der Entstehung besonders stark verbunden war.

Aufführungen

875 15.10.2013 Szymanowski Quartett