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  • Streichquartett (1927)

Henriëtte Bosmans 1895-1952

Der Niederländerin Henriëtte Bosmans wurde die Musik in die Wiege gelegt: Ihr Vater war ein berühmter Cellist seiner Zeit, der mit Edvard Grieg aufgetreten war, ihre Mutter eine angesehene Pianistin und Lehrerin am Konservatorium von Amsterdam. Das Klavier wurde auch Henriëtte Bosmans’ Instrument. Am Ende ihrer Teenagerjahre begann sie zu komponieren - unter anderem konzertante und kammermusikalische Cellowerke für ihre damalige Geliebte Frieda Belinfante. Henriëtte Bosmans lebte offen bisexuell. Sie verlobte sich nach der Trennung von Belifante nach sieben Jahren mit Francis Koene, dem Konzertmeister des Orchesters der Dresdner Oper. Beide erlebten, da sie aus jüdischen Familien stammten, Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Bosmans, von Berufsverbot betroffen, hielt sich unter anderem mit «Schwarzen Abenden», also geheimen Hauskonzerten, über Wasser. 1927 hatte sie begonnen, bei dem damals sehr renommierten Komponisten Willem Pijper Unterricht zu nehmen. Eine der ersten Schaffensfrüchte war ein Streichquartett, das sie Pijper widmete und laut Manuskript an ihrem Geburtstag, dem 8. September, vollendete. Hier zeigt sich die Komponistin in der feinen motivischen Entwicklung und der Auslotung der Streicherfarben auf dem Boden tonaler Erweiterung als stilistisch ebenbürtig an der Seite ihrer Zeitgenossen Debussy und Ravel.
Allegro molto moderato
Lento
Allegro molto

Dauer ca.: 00:12

Aufführungen