2021 vollendete der australische Komponist Brett Dean seine Vertonung von Maria-Stuart-Texten. Verdichtet vom Librettisten Matthew Jocelyn, vollzieht sich hier eine Spirale zunehmender Ausweglosigkeit, die Dean in einem Interview als «Psychodrama» bezeichnet hat. Grussworte an die englische Königin stehen am Beginn. In anderen Passagen geht es um Maria Stuarts Erlangung des schottischen Throns nach ihrer Rückkehr aus Frankreich und die Verleumdungen der schottischen Rebellen, die die englische Schwester bitte ignorieren möge. Es folgen Verzweiflungsschreie aus der englischen Gefangenschaft. Am Ende stehen Passagen ihres Testaments, das sie nur wenige Stunden vor ihrer Hinrichtung niederschrieb.